Ein Wochenende in Brüssel

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Brüssel, die Hauptstadt Belgiens und Hauptsitz der Europäischen Union, ist von Köln aus in knapp zwei Stunden mit dem Zug zu erreichen. Also durchaus auch dann machbar, wenn man nur wenig Zeit hat.

Der erste Tag in Brüssel – Sightseeing und Pommes

Da unser Hotel im Norden der Stadt liegt, steige ich am Nordbahnhof aus und laufe den Rest des Weges von dort aus zu Fuß. Das Hotel Indigo liegt direkt an der Metrostation Rogier und unmittelbar am nördlichen Ende einer der zentralen Einkaufsstraßen. Es ist sehr aufwändig mit floralen Designs und gelungenen Details gestaltet.

Nach dem Einchecken geht es sofort los Richtung Innenstadt. Da es noch recht früh ist, ist noch nicht allzu viel los und wir können entspannt durch die Stadt schlendern. Das erste Ziel ist der große Markt mit dem beeindruckenden Rathaus, dem ehemaligen Königspalast und den reich verzierten Gildehäusern.

Von der berühmtesten Figur Brüssels sind wir hingegen etwas enttäuscht: Manneken Pis, der pinkelnde Junge, ist nur knapp 60 cm hoch und steht recht unscheinbar in einer Ecke zwischen zwei Häusern. Wir setzen uns vor einem der wenigen Cafés, die um diese Zeit schon geöffnet haben, in die Sonne und besprechen die weitere Route. Wir gehen vom Zentrum aus Richtung Süden ins Viertel Marolles. Ziel sind die zahlreichen Second Hand Läden, in denen man seinen Einkauf nach Gewicht bezahlt – 1kg Kleidung kostet 15€.

Und weil man nicht in Belgien gewesen sein kann ohne Pommes zu essen, geht es nach dem Shopping zu Maison Antoine. Die Pommesbude steht auf einem zentralen Platz im Viertel Etterbeek und man kann sich mit den Pommes in eine der umliegenden Kneipen setzen und es sich bei einem belgischen Bier schmecken lassen.

Wir gehen zurück ins Hotel und legen nach dieser Tour quer durch die Stadt erstmal die Beine hoch. Am Abend entscheiden wir uns für den sehr zentral gelegenen Food Court Wolf in der Innenstadt. Es gibt eine große Auswahl an Gerichten aus aller Welt und mittendrin eine große Bar mit – wie soll es anders sein – einer umfangreichen Bierkarte. Wir entscheiden uns für syrische Falafel, die wahrscheinlich besten in ganz Belgien, und wählen eher zufällig eines der Biere von der Karte aus. Glücklicherweise finden wir draußen noch einen Platz und lassen so Ende Oktober den ersten Tag in Brüssel auf der Terrasse ausklingen.

Auf dem Rückweg zum Hotel machen wir noch einen Abstecher ins Delirium-Viertel, was seinen Namen von der gleichnamigen Bar erhalten hat, die es mit dem Angebot von über 2000 Biersorten sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft hat. Es ist voll und laut in den Gassen rund um die Bar und es gibt zahlreiche Kneipen und Restaurants, die allesamt gut besucht sind.  

Der zweite Tag – Stadtführung und Shopping

Für den nächsten Tag haben wir uns bei einer Free Walking Tour angemeldet, um ein bisschen mehr über die Geschichte des Belgiens und Brüssels zu erfahren. Auf dem Weg dorthin frühstücken wir bei Exki zu sehr günstigen Preisen sehr leckere Schokocroissants.

Nach der Stadtführung wollen wir auf den Flohmarkt, der täglich auf dem Place du Jeu Balle im Marolles Viertel stattfindet. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Boutique vorbei, deren Schaufenster uns mit den bunten und sehr individuellen Kleidungstücken sofort anspricht. Wir gehen rein und es stellt sich raus, dass die Besitzerin eine Deutsche ist. Schnell kommen wir ins Gespräch und probieren uns durch die Kollektion. Jedes Kleidungsstück wird an der Nähmaschine im Laden angefertigt und man kann sich ganz individuell alle Stoffe selber zusammenstellen. Wir verbringen so viel Zeit bei Bestellte Beute, dass wir uns am Ende beeilen müssen, um es noch rechtzeitig zum Flohmarkt zu schaffen. Tatsächlich kommen wir so spät, dass die meisten Händler schon einpacken und wir nur noch eine schnelle Runde drehen. 

Da es auch heute wieder sonnig und warm ist, setzen wir uns bei Nonno auf die Terrasse und essen ein lecker belegtes Fladenbrot. Auf dem Weg zurück zum Hotel lassen wir uns auch noch eine belgische Waffel schmecken. Bei den Waffeln wird zwischen Brüsseler und Lütticher Waffeln unterschieden. Bei Letzteren wird Hagelzucker in den Teig eingearbeitet und sie sind dadurch auch ohne Beilagen schon sehr süß.

Heute Abend entscheiden wir uns für das dem Hotel angegliederte Restaurant Serra, das eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten bietet.

Und am letzten Tag nochmal ein Eis!

An unserem letzten Tag in Brüssel nehmen wir noch einmal an einer Stadtführung teil und erkunden die Viertel östlich des Stadtzentrums. Entlang der Rue de Flandre reihen sich Cafés, Boutiquen und kleine Lokale aneinander. Biegt man von hier aus nach rechts zum Quai aux Briques ab, findet man am nördlichen Ende das Eiscafé Gaston. Trotz der  hohen Preise lohnt sich sehr, dort eine Kugel Eis zu essen!

Mein Fazit

Brüssel ist definitiv ein lohnendes Ziel für ein Wochenende. Die Stadt ist sehr multikulturell und hat durch ihre zahlreichen und sehr unterschiedlichen Stadtviertel für jeden Geschmack etwas zu bieten. Sie ist allerdings auch sehr weitläufig und man sollte entweder gut zu Fuß sein oder sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vertraut machen.    

Brüssel hat dich nicht überzeugt? Wie wäre es mit einem Städtetrip nach Riga?

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