New Dutch – Kunst, Architektur und Design in Tilburg und Eindhoven

Tilburg

Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Diese Reise stand im Zeichen von „New Dutch“ und führte uns in die Provinz Nordbrabant, wo zeitgenössische Architektur, innovatives Design und die zukunftsorientierte Umnutzung ehemaliger Industrieareale das Stadtbild prägen. Die Städte Tilburg und Eindhoven zeigen, wie historisches Erbe in lebendige Quartiere für Kultur, Kreativwirtschaft und Innovation verwandelt wird.

Wer mich kennt, weiß, dass mich das Ruhrgebiet auch wegen seiner Industriekultur so begeistert. Umso mehr habe ich mich über die Einladung zu dieser Reise gefreut. Und eins kann ich schon vorweg nehmen – die Niederländer sind sehr viel mutiger als wir, wenn es um die kreative Umgestaltung von Industriearealen geht.

Tilburg – innovative Stadtentwicklung par excellence

In Tilburg führte uns unser Weg in die Spoorzone, die zu den bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekten der Niederlande zählt und als Musterbeispiel für die gelungene Umnutzung ehemaliger Industrieflächen gilt. 150 Jahre lang wurden in der Spoorzone Züge gebaut und repariert. Heute ist dort ein lebendiges Stadtquartier entstanden, dessen Herzstück die LocHal ist.

Die ehemalige Lokomotivhalle aus dem Jahr 1932 wurde in einen Ort der Begegnung verwandelt, in dem sich unter anderem die Stadtbibliothek, Veranstaltungsräume und Co-Working Bereiche befinden. Und wenn du dir die LocHal anschaust, verstehst du auch, was ich damit meine, dass die Niederländer mutiger sind als wir. Ich wüsste zumindest nicht, dass ich ein solches Gebäude schon einmal in Deutschland gesehen hätte.

Durch Vorhänge, die als flexible Wände fungieren, lassen sich immer wieder neue Räume und Areale innerhalb der Halle kreieren. Die unterschiedlichen Ebenen und das offene Raumkonzept bieten sowohl Gelegenheiten für Begegnungen als auch individuelle Rückzugsmöglichkeiten.

Die Entwicklung der Spoorzone hat neue Wohnquartiere, öffentliche Plätze, Radwege und Grünflächen geschaffen, die die Innenstadt mit den angrenzenden Stadtteilen verbinden. Auf dem ehemaligen Bahngelände gibt es heute Bildungseinrichtungen, Gastronomie und Kulturinstitutionen und auf jeden Fall eine ganze Menge zu entdecken.

Wenn du während deiner Entdeckungstour durch die Spoorzone eine Pause brauchst, solltest du unbedingt in die Eetbar De Wagon gehen. Das Restaurant befindet sich in zwei Wagons aus dem Jahr 1900 und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Angeboten wird zum Beispiel das Arbeiter Lunch, das in für die damalige Zeit typischen Lunchboxen serviert wird. Die Eetbar de Wagon ist auf der Rückseite des Bahnhofs und somit auch schnell zu erreichen, wenn du mit dem Zug unterwegs bist und in Tilburg umsteigst.

Das Textilmuseum – Textilkunst früher und heute

Tilburg blickt auf eine jahrhundertealte Tradition als Zentrum der niederländischen Textilindustrie zurück. Was einst von Wollspinnereien, Webereien und Textilfabriken geprägt war, hat sich heute zu einem international anerkannten Standort für Textilkunst, Design und Innovation entwickelt.

Im Textilmuseum, das in den historischen Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfabrik untergebracht ist, kannst du die Geschichte der niederländischen Textilindustrie hin zu einem der weltweit führenden Zentren für textile Forschung und Produktion erleben und anschaulich nachvollziehen. Du blickst Künstler:innen und Angestellten bei ihrer Arbeit über die Schulter und schaust den modernen Maschinen aus der Nähe bei der Produktion neuer Textilkunst zu.

Das im Museum integrierte TextilLab bringt Designer, Künstler, Architekten und internationale Marken mit erfahrenen Textilspezialisten zusammen. In enger Zusammenarbeit entstehen hier außergewöhnliche Projekte, bei denen traditionelle Handwerkskunst mit modernsten Technologien wie computergesteuertem Weben, Stricken, Sticken und Tuften kombiniert wird. So hat sich Tilburg in den letzten Jahren zu einem der weltweit führenden Zentren für textile Forschung und Produktion entwickelt.

Neben den Dauerausstellungen präsentiert das Textilmuseum regelmäßig wechselnde internationale Ausstellungen, die aktuelle Themen aus Design, Mode, Kunst und Technologie aufgreifen.

Ich fand es besonders spannend, wie nah man hier tatsächlich dran ist. In den Produktionsräumen kannst du mit den Künstler:innen sprechen und in der Werkstatt stehst du direkt neben den Maschinen. Darin unterscheidet sich das Textilmuseum definitiv von anderen Museen.

Eindhoven – eine Stadt im Wandel

Eindhoven hat es geschafft, die ehemaligen Fabrikgelände und Wohnviertel der Mitarbeiter des bekannten Technologieunternehmens Philips in die heutige Stadtkultur einzubinden. Wo früher Philips seine Produkte entwickelte, befindet sich heute eines der spannendsten Kreativ- und Innovationsviertel der Niederlande. Strijp-S verbindet historische Industriearchitektur mit modernen Konzepten für Design, Technologie, Kultur und ist heute ein dynamisches Kultur- und Wohnviertel.

Nicht umsonst findet jährlich die Dutch Design Week in Eindhoven statt. Wenn du dich für Kunst, Architektur und innovative Stadtplanung begeistern kannst, ist Eindhoven definitiv das richtige Reiseziel für dich.

Es ist spannend zu sehen, wie eine Stadt es schafft, bestehende Strukturen neu zu denken und ihnen eine zukunftsorientierte Nutzung zu geben. Ganze Stadtteile haben so eine neue Identität erhalten.

Einen besonders schönen Ausblick auf die Stadt hast du von der Dachterrasse des Hotels NH Collection aus. Hier kannst du den Tag ganz entspannt bei einem leckeren Getränk ausklingen lassen und die Aussicht genießen.

Wir durften eine Nacht im Design Hotel Mariënhage verbringen und ich kann dir diese besondere Unterkunft wirklich nur empfehlen. Hier hat man es durch den Zusammenschluss von Kirche, Kloster und Hotel auf ganz besondere Art und Weise geschafft, alt und neu miteinander zu verbinden.

Und wenn du auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Ort fürs Abendessen oder eine Tasse Kaffee bist, solltest du in die Kazerne gehen. In der ehemaligen Polizeikaserne und dem alten Lagerhaus kannst du neben wechselnden Ausstellungen hervorragend essen, im Garten einen Kaffee trinken und auch übernachten.

Etwas außerhalb des Zentrums, aber sehr gut mit dem Fahrrad zu erreichen, ist die Werkstatt des bekannten niederländischen Künstlers Piet Hein Eek. Hier entstehen Möbel und Objekte, die Materialien mit Geschichte eine neue Bedeutung geben. Vor Ort kannst du eine Blick in die Produktionsstätte werfen, im Shop stöbern, eine Pause im Café einlegen und auch übernachten.

Fazit

Tilburg und Eindhoven sind beeindruckende Beispiele dafür, wie es gelingen kann, Industriezonen in moderne Stadtviertel zu verwandeln. Die Mischung aus Tradition und Innovation ist, wie ich finde, beiden Städten besonders gut gelungen. Durch die Umstrukturierung der Areale sind lebendige und kreative Orte entstanden, die Einwohnern wie auch Touristen offen stehen. Besonders spannend an solchen Plätzen finde ich, dass sie stets im Wandel sind und sich somit den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen anpassen können.

Beide Städte sind definitiv eine Reise wert und lassen sich auch sehr gut an einem Wochenende miteinander kombinieren.

Dir steht mehr der Sinn nach Zeit in der Natur? Dann ist die Provinz Drenthe das passende Ziel für dich.

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

dreizehn − 9 =

Vertrag widerrufen

Melde dich zu den Community-News an!

[mc4wp_form id=6142]