Roadtrip durch die Normandie

Kleine Holzhäuser am Strand in der Normandie

Wer im Sommer eine Roadtrip durch die Normandie macht, wird durch unzählige kleine Orte kommen, in denen riesige Hortensienbüsche in leuchtenden Farben blühen. Und wer dann noch die Route des Caps entlangfährt, eine spektakuläre Küstenstraße, dem wird bewusst, dass die eingeplante Zeit für diesen Urlaub nicht reichen wird.  

Die folgende Auflistung beschreibt die Orte, die wir bei unserer einwöchigen Reise durch den Norden Frankreichs besucht haben und spiegelt meinen ganz persönlichen Eindruck wider. Wir haben so viel NICHT gesehen und bestimmt unzählige zauberhafte Orte verpasst. Fest steht, die Normandie hat meine Erwartungen übertroffen und mich nur bei einem unserer Stopps ein kleines bisschen enttäuscht.

Wir haben all unsere Ausflüge und Touren selbst organisiert. Es gibt aber natürlich auch die Möglichkeit, geführte Touren* oder verschiedene Aktivitäten zu buchen.

Hortensienbusch vor einem Haus in der Normandie
Hortensienbüsche so weit das Auge reicht

Étretat

Die Stadt ist berühmt für ihre weißen Kalkfelsen und zieht vor allem im Sommer viele Besucher an. Für einen Blick von oben lohnt es sich, die Klippen über den angelegten Weg zu Fuß zu erklimmen. Es ergeben sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die vom Wasser geformten Felsformationen und einsame Buchten.

Auch der kleine Ortskern ist schön anzusehen, man durchquert ihn auf dem Weg zum Strand automatisch. Wenn man mit dem Auto anreist, sollte man auf dem großen Parkplatz außerhalb des Zentrums parken und die letzten Meter zu Fuß gehen.

Kalkfelsen bei Étretat in der Normandie
Kalkfelsen bei Étretat

Deauville

Der Ort gilt mit seinem bedeutenden Yachthafen, der Pferderennbahn, den prächtigen Villen, dem Casino und dem breiten Sandstrand als einer der elegantesten Badeorte der Normandie und wurde schon von vielen Prominenten besucht. Das Zentrum ist schön anzuschauen, kehrt man in eines der zahlreichen Restaurants ein, muss man sich allerdings auf eine etwas höhere Rechnung einstellen. Beschaulicher geht es in dem nördlich von Deauville gelegenen Honfleur zu.

Houlgate

Wir haben in Houlgate drei Nächte in einem kleinen, sehr zentral gelegenen Airbnb im Zentrum verbracht. Der kleine Badeort hat mit seinem Strand, der Einkaufsstraße und einer recht großen Auswahl an Restaurants alles, was man für einen kurzen Aufenthalt braucht. Leckere Pizza gibt es bei L´Arbre a Pin.

Bayeux

Die Stadt ist berühmt für ihre Kathedrale und den 70 Meter langen mittelalterlichen Wandteppich, der die Geschichte der Eroberung Englands durch die Normannen in der berühmten Schlacht von Hastings im Jahre 1066 zeigt. Die Altstadt ist fast vollständig erhalten und lädt zu einem Spaziergang ein.

Omaha Beach

Unweit von Bayeux gingen am 6. Juni 1944 an der Ärmelkanalküste die amerikanischen, britischen und kanadischen Truppen der Alliierten an Land, um Europa zu befreien. Die Codenamen für die Landungsabschnitte blieben später als offizielle Strandbezeichnungen erhalten. Am Strand gibt ein modernes Mahnmal und Informationstafeln, die über die Geschehnisse am sogenannten D-Day informieren. In der Nähe kann man den amerikanischen Soldatenfriedhof mit mehr als 10.000 Kreuzen, die alle Richtung Amerika zeigen, besichtigen. Ein erschütternder Anblick. Am weiter nördlich gelegenen Utah Beach befindet sich das Landungs-Museum.

Mahnmal am Omaha Beach
Mahnmal am Omaha Beach

Unsere nächste Unterkunft befindet sich in Avranches. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Zwischenstopp in Caen.

Caen

Caen ist der Verwaltungssitz des Department Calvados und die Universität gehört zu den größten des Landes. Die Sehenswürdigkeiten liegen verteilt über das Zentrum und sind recht weit voneinander entfernt. Wir schauen uns die Abbaye-Aux-Dames, die „Kirche der Frauen“ mit dem Grab von Königin Mathilda und das Château Ducal, eine mächtige Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert, an. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

In der Nähe der Festungsanlage gibt es einen winzigen Altstadtkern, der dazu einlädt, eine Pause zu machen. Gut parken kann man am Binnenhafen.

Restaurant in der Altstadt von Caen
Altstadt von Caen

Avranches

Die Stadt hat für die Region eine große Bedeutung: laut einer Legende sollen die Träume des Bischofs von Avranches zum Bau einer ersten Kapelle auf dem Mont Tumba (Grabberg) geführt haben, der später der Klosterbau des Mont-Saint-Michel folgen sollte. In dem Museum Scriptorial werden die Manuskripte und Frühdrucke der Abtei Mont-Saint-Michel aufbewahrt und ausgestellt, die 1791 der Stadt übergeben wurden. Sehr schön hergerichtet wurde auch der Garten der alten Burganlage, dem man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Er bietet einen tollen Blick auf die Stadt und bei guter Sicht kann man sogar Mont-Saint-Michel, das wohl berühmteste Bauwerk der Normandie, in der Ferne sehen.

Unser Airbnb liegt super zentral, ist frisch renoviert und sehr liebevoll eingerichtet. Wer mit dem Auto kommt findet neben der Touristeninformation im Ortszentrum einen großen kostenlosen Parkplatz. Für ein Abendessen sehr zu empfehlen ist Le Bistrot de Pierre und wer gerne Bier trinkt, sollte zu A place to beer gehen.

Blick auf den Schlossgarten in Avranches
Schlossgarten Avranches

Route des Caps

Ein absolutes Highlight in der Region ist die Route des Caps – eine Küstenstraße mit atemberaubenden Ausblicken und zauberhaften Orten entlang der Strecke. Wir sind vom Cap de la Hague Richtung Süden bis zum Plage de la Potinière gefahren und haben dort im La Potinière zu Abend gegessen. Das Restaurant hat eine absolute Traumlage direkt am Strand und bietet den perfekten Abschluss für die Tour entlang der Küste.

Ausblicke auf der Route des Caps
Spektakuläre Ausblicke auf der Route des Caps

Mont-Saint-Michel

Der Klosterberg ist eines der berühmtesten Bauwerke Frankreichs und das Wahrzeichen der Normandie. Seit 1979 steht die Klosterburg auf der UNESCO-Welterbe-Liste. Sie ist DIE Sehenswürdigkeit der Region – entsprechend groß ist der Andrang und hoch der Preis. Der Parkplatz kostet in der Hochsaison bis zu 25€ und der Eintritt ins Kloster schlägt nochmal mit 11€ zu Buche. Immerhin der Shuttle zum Berg ist kostenlos, man kann die Strecke aber auch in ca. 30 Minuten zu Fuß gehen. Trotz Menschenmassen und vergleichsweise hoher Kosten – ein Besuch lohnt sich!

Klosterberg Mont-Saint-Michel in der Normandie
Mont-Saint-Michel

Ausflug in die Bretagne – Saint Malo

Saint Malo ist eine beeindruckende Hafenstadt, deren Altstadt von hohen Granitmauern umgeben ist und die ehemals eine Hochburg der Freibeuter war. Bei einem Spaziergang auf der Stadtmauer bieten sich immer wieder tolle Blicke sowohl auf den Hafen und die Innenstadt, als auch die umliegenden Stadtstrände. Die Parkplatzsituation rund um das Stadtzentrum ist allerdings sehr angespannt und man muss unter Umständen einige Meter Fußmarsch in Kauf nehmen. Die meisten Parkplätze sind zudem auf eine Höhe von 1,90 Meter beschränkt.

Stadtmauer von Saint Malo in der Bretagne
Beeindruckende Stadtmauer in Saint Malo

Dinard

Die Stadt liegt nur einen Katzensprung vom Saint Malo entfernt, hat eine schöne Altstadt und einen kleinen Stadtstrand, von dem aus man das alte Seeräubernest auf der anderen Seite der Bucht sehen kann.

Dinan

Die auf einem Hügel gelegene und von drei Kilometern Stadtmauer umgebene Altstadt ist definitiv einen Besuch wert! In den mit Kopfstein gepflasterten Gassen stehen noch heute wunderschöne Fachwerkhäuser und die Restaurants am Hafen laden zu einer Pause ein. Eine der Städte, die mir auf unserer Reise am besten gefallen hat.

Rouen

Die Stadt hat einen schönen, eher langgezogenen Altstadtkern und ist geschichtlich durch die Hinrichtung der Heerführerin Jeanne dÀrc bedeutend, hat mir aber insgesamt nicht so gut gefallen. Es bietet sich an, dort auf dem Rückweg nach Deutschland einen Zwischenstopp einzulegen, ich persönlich würde aber nicht extra hinfahren.

Fazit

Die Normandie ist eine Reise wert! Schon bei der Vorbereitung ließ sich erahnen, wie schön die Region im Norden Frankreichs sein würde. Vor Ort wurden meine Erwartungen dann aber nochmal übertroffen.

Auch wenn es in der Hauptsaison entsprechend voll ist, die Orte und Landschaften entlang der Strecke sind so schön, dass man die vielen Menschen schnell vergisst.

Die Region im Norden Frankreichs ist von Deutschland aus mit dem Auto über Belgien gut zu erreichen. Beachten sollte man, dass in Frankreich teilweise Autobahnmaut gezahlt werden muss. Das ist aber ganz unkompliziert mit einer deutschen EC-Karte möglich.

Du hast Lust auf noch mehr Roadtrips? Wie wäre es mit einem Roadtrip nach Kroatien?

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Kommentare

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3 × eins =

  1. Hallo Sara,

    eine tolle Beschreibung die meine Liste “was ich alles noch sehen möchte solange es noch geht” wieder länger macht… Bretagne hatte ich schon drauf… 🙂

    1. Genau das ist immer das Problem, die Liste wird länger und länger 😅 Aber von der Bretagne ist es ja dann nicht mehr weit 😉

  2. Einige Plätze, die ich 2018 ebenfalls besucht und gesehen habe. Nur hatten wir leider schlechteres Wetter. Die Normandie ist etwas rauer als der Süden Frankreichs, aber auf jeden Fall eine Reise wert.

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