Unterwegs im Ruhrgebiet

Zeche Zollverein Essen

Das Ruhrgebiet ist der größte Ballungsraum Deutschlands und war lange Zeit als Industrieregion für den Bergbau und die Stahlindustrie bekannt. 2018 wurde jedoch die letzte Zeche geschlossen und inzwischen sind viele der Industriebrachen renaturiert und rekultiviert worden – Industriekultur ist entstanden. Zu den bekanntesten und größten Städten der in Nordrhein-Westfalen gelegenen Region zählen Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund. 2010 war das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas und die Stadt Essen erhielt für 2017 sogar den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“.

Und auch wenn dir das Ruhrgebiet vielleicht nicht direkt als erstes in den Sinn kommt, wenn du an eine Urlaubsregion in Deutschland denkst, hat es doch so viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Die Einheimischen kommen manchmal womöglich ein bisschen schroff daher, an sich ist der Ruhrpottler aber ein sehr charmantes Exemplar. Ich selbst habe insgesamt fünf Jahre in Essen gelebt und komme immer wieder sehr gerne zurück. Es gibt einfach noch so viel zu sehen!

Übernachten im Ruhrgebiet

Abgesehen von den klassischen Hotels, die du dir bequem übers Internet buchen kannst, gibt es einige besondere Übernachtungsmöglichkeiten in der Region. So stehen im Berne Park in Bottrop zum Beispiel fünf Betonröhren zum übernachten bereit oder du mietest dir auf dem Campingplatz Ruhrcamping in Essen einen Bauwagen. Natürlich kannst du auch in einer alten Zeche übernachten oder dich auf einem Hausboot sanft von den Wellen in den Schlaf wiegen lassen. Wobei diese sich auf der Ruhr wohl sehr in Grenzen halten werden…

Ich persönlich habe schon vor längerer Zeit das Bauwagenhotel und kürzlich erst eine Übernachtung in der Betonröhre ausprobiert. Ich muss zugeben, dass ich es in der Betonröhre zwar sehr gemütlich fand, ich das Bauwagenhotel aber definitiv bevorzugen würde. Beides solltest du in jedem Fall rechtzeitig buchen.

Betonröhre und Bauwagen – außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten im Ruhrgebiet.

Bauwagen Ruhrcamping Essen

Im Ruhrgebiet ist für jede*n etwas dabei

Egal ob du sportbegeistert oder kunstinteressiert bist, Lust auf eine Städtetour oder einen Ausflug ins Grüne hast, ob du das Abenteuer oder die Ruhe suchst – im Ruhrgebiet ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zusätzlich zu dem sonst schon großen kulturellen Angebot finden jährlich rund 250 Festivals aller Art verteilt über die Ruhrmetropole statt. Den Höhepunkt stellt dabei die Extraschicht – der Nacht der Industriekultur dar: 35 Spielorte in insgesamt 19 Städten – mehr Ruhrgebiet geht nicht!

Meine Empfehlung für deinen Besuch in der Region: weniger ist mehr. Die größte Ausdehnung des Ruhrgebiets beträgt von Osten nach Westen 116 km und von Norden nach Süden 67 km, du solltest also durchaus ein bisschen Zeit für deine Reise von A nach B einplanen.

Da der Pott mit seinen rund 5.000.000 Einwohnern (Stand 2022), elf kreisfreien Städten und vier Kreisen mehr als vielfältig ist, würde eine ausführliche Beschreibung aller Möglichkeiten komplett den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Ich werde immer mal wieder ausführliche Blogposts zu einzelnen Orten im Ruhrgebiet schreiben. Auf der Karte habe ich dir „erstmal nur“ einige Highlights markiert, aus denen du dir dein ganz persönliches Programm zusammenstellen kannst.

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Mehr Informationen

Auf der Seite vom Ruhr Tourismus findest du viele weitere Tipps und Informationen für deinen Besuch in der Region.

Sportlich unterwegs im Ruhrgebiet

Egal ob mit dem Fahrrad, zu Fuß, an der Kletterwand oder im Tauchgasometer – auch sportlich kommst du im Pott voll auf deine Kosten.

Wenn du auf zwei Rädern unterwegs bist, kannst du zum Beispiel die Route Industriekultur oder den RuhrtalRadweg fahren. Wenn du Lust auf ein bisschen mehr Action hast, findest du verteilt übers Ruhrgebiet auch zahlreiche Touren fürs Mountain- oder Gravelbike. Vor allem die Halden bieten sich hier für anspruchsvolle Trails an. Es gibt aber natürlich auch Strecken, die ein bisschen grüner sind. Beispielsweise durch die Haard, das größte Waldgebiet der Region.

Apropos Halden: Du solltest bei deinem Besuch zumindest mal einen dieser, aus den Abfallprodukten des Bergbaus entstandene, „Berge“ bestiegen haben und die Aussicht von oben genießen. Dabei sind der Tetraeder auf der Halde Beckstraße, die Halde Haniel und die Halde Rheinpreußen mit der überdimensionalen Grubenlampe die wahrscheinlich beliebtesten Ziele.

„Grüne Hauptstadt Europas“ mag ein bisschen großspurig klingen, ist aber viel weniger abwegig, als du vielleicht denkst. Die zahlreichen Wandermöglichkeiten im Ruhrpott sorgen dafür, dass wirklich jede*r auf ihre*seine Kosten kommt. Ob Urban Hiking, wandern entlang der Emscher, Touren durch die Kirchheller Heide, ein Spaziergang durch den Stadtwald in Essen oder eine anspruchsvolle Route auf dem Baldeneysteig rund um den Baldeneysee – es bleiben praktisch keine Wünsche offen. Pluspunkt beim Wandern durch ein Ballungsgebiet: die nächste Unterkunft oder Einkehrmöglichkeit ist nie weit entfernt.

Wenn dir Fahrrad fahren und Wandern „zu normal“ erscheinen, kannst du dich auch an der Kletterwand oder im größten Indoor-Tauchbecken Europas, dem Tauchgasometer, verausgaben. Beides findest du im Landschaftspark Duisburg Nord.

Von wegen Schicht im Schacht

Hättest du gedacht, dass das Ruhrgebiet so viel zu bieten hat? Die einstige Malocher-Region hat den Wandel geschafft und präsentiert sich heute als Freizeit- und Urlaubsregion mit vielfältigem sportlichem und kulturellem Angebot. Also, worauf wartest du noch? Schnell raus anne frische Luft!

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