Kurzurlaub an der Nordsee

IMG_8570

Von Köln aus ist man, je nach Ziel, mit dem Auto in drei bis vier Stunden an der deutschen Nordsee. Eine Strecke, die sich also durchaus auch dann lohnt, wenn man nur wenig Zeit zur Verfügung hat.

Die Wurster Nordseeküste ist eine Gemeinde mit rund 17.000 Einwohnern und liegt zwischen Bremerhaven und Cuxhaven am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (UNESCO Weltnaturerbe). Obwohl sie flächenmäßig überschaubar ist, finden sich darin direkt zwei staatlich anerkannte Attraktionen: Das Nordseebad der Ortschaft Wremen und der Küstenbadeort Dorum-Neufeld.

Unsere Ferienwohnung, die wir kurzfristig über Aibnb gebucht hatten, befindet sich im Cuxland Ferienpark Wremen direkt hinter dem Deich und bietet zusätzlich zu Balkon und schöner Aussicht alles, was man für einen Kurzurlaub benötigt.

Von der Unterkunft aus ist man in wenigen Schritten auf dem Deich und am Wattenmeer und sieht von dort aus im Süden die Kräne des Stadtbremischen Überseehafens emporragen. Geht man Richtung Norden, gelangt man über den Deich nach kurzer Zeit zum Wremer Tief, einem Kutterhafen mit einigen Imbissbuden und einem Rasenstrand mit großer Wasserrutsche.

Einen besonders schönen Blick über die Deichwiesen und auf den Leuchtturm Kleiner Preuße (in dem man sich auch trauen lassen kann) hat man vom leicht erhöhten Siebhaus aus. Wer statt Idylle lieber Action sucht, wird am Wremer Strand bei der Kiteschule Wremen fündig, die von April bis Oktober Kitesurf- und Stand-Up-Paddling Kurse anbieten. Und bei noch mehr Frischluftbedarf kann auf dem nahegelegenen Campingplatz von April bis September ein Stellplatz in erster Reihe mit Blick auf die Nordsee gebucht werden. 

Wer dagegen ein bisschen Stadtluft schnuppern möchte, fährt in das 16 Kilometer entfernte Bremerhaven und erkundet das Hafenviertel. Dort befindet sich zum Beispiel das 2005 eröffnete Deutsche Auswandererhaus, ein Museum über die Geschichte Bremerhavens als größten Auswandererhafen Kontinentaleuropas. Hier kann man in der Familienrecherche nach ausgewanderten Vorfahren suchen und sich von seiner ganz persönlichen Auswanderungsbiographie durch die Stationen begleiten lassen. Kinder freuen sich sicher über einen Besuch im Zoo am Meer und wer sich für Schiffe interessiert, sollte sich das Schulschiff Deutschland anschauen, auf dem man sogar übernachten kann.

Für eine verregneten Tag bieten sich eines (oder mehrere) der zahlreichen Museen in der Umgebung an. Wir haben uns, alleine schon des Namens wegen, für das Kuriose Muschelmuseum in Wremen entschieden. Eine beeindruckende Sammlung von Muscheln aus aller Welt, benannt mit phantasievollen Namen nach Aussehen, Farbe und Form, die oftmals sehr amüsant sind und einen immer wieder schmunzeln lassen.

Wer keine Lust hat selber zu kochen und schon genug Fischbrötchen gegessen hat, findet in der Wremer Fischerstube oder dem Wurster Hof leckere Alternativen fürs Abendessen.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Wattwagenfahrt vom Sahlenburger Strand aus zur 10 Kilometer nordwestlich vor Cuxhaven gelegenen Insel Neuwerk. Rund 1,5 Stunden dauert die Fahrt durch das Watt und gestartet wird zwischen März und November immer mit ablaufendem Wasser, um rechtzeitig vor der nächsten Flut zurück zu sein. Zu diesem Zeitpunkt sind die Priele noch überraschend gut mit Wasser gefüllt und spätestens jetzt wird klar, warum die Sitzbänke so hoch angebracht sind, dass man den Wattwagen nur mit einer Leiter besteigen kann. Die vor den Wagen gespannten Arbeitspferde lassen sich jedoch zum Glück nicht so schnell aus der Ruhe bringen und waten entspannt durch das für sie bauchhohe Wasser. Nach einem kurzen Aufenthalt auf der Insel, die übrigens zu Hamburg gehört, geht es wieder durch das Watt zurück ans Festland.

Die Wurster Nordseeküste ist definitiv ein lohnendes Ziel für alle, die das Watt mögen und die Ruhe suchen. Durch die Anbindung an Bremerhaven im Süden und Cuxhaven im Norden muss man sich aber nicht zwischen Stadt und Natur entscheiden, sondern kann jeden Tag das auswählen, wozu man gerade Lust hat. 

Was ist dein Lieblingsort an der deutschen Nordsee?

Kommentare